LFG-Beratung: Ständerat versenkt UL-Legalisierung
Der Aero-Club der Schweiz nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, das der Ständerat – im Gegensatz zum Nationalrat – bei der Verabschiedung der Revision des Luftfahrtgesetzes eine Integration von Ultraleichtflugzeugen ins Schweizer Recht ablehnt.
In der Schweiz wurden Ultraleichtflugzeuge 1984 verboten. Was damals aus Lärm-und Sicherheitsgründen noch begründbar war, ist seit dieser Zeit völlig überholt. Moderne Ultraleichtflugzeuge in der Gewichtsklasse von 600 Kilogramm sind in ganz Europa ausser der Schweiz zugelassen. Die zweiplätzigen Sportflugzeuge, die sich auch für die Ausbildung bestens eignen würden, sind deutlich leiser und umweltfreundlicher als ein Grossteil der heute bestehenden Motorflugzeugflotte. Wer ein solches modernes Flugzeug in der Schweiz betreiben will, muss es im Ausland registrieren und darf es maximal 60 Tage in der Schweiz nutzen.
Am 18.Juni 2026 hatte der Nationalrat mit grossem Mehr die Revision des Luftfahrtgesetzes LFG angenommen. Dazu gehörte auch eine Integration der Ultraleichtflugzeuge ins Schweizer Recht. Leider hat der Ständerat bei der Verabschiedung des LFG den betreffenden Artikel 51 abgelehnt und will es dem Bundesrat überlassen, auf Stufe Verordnung entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Dass eine solche Verordnung in absehbarer Zeit kommen wird, schloss UVEK-Vorsteher Albert Rösti bei der Detailberatung des LFG gleich aus: Der Bundesrat werde höchstens Anpassungen für UL-Elektroflugzeuge in der 600kg-Klasse vornehmen. Wenigstens fand nach dem Einzelantrag von Severin Brüngger (FDP) im Ständerat noch eine kurze Debatte statt, bei der Brüngger von Hans Wicki (FDP) und Mauro Poggia (SVP) unterstützt wurde. Der Ständerat folgte der vorberatenden KFV-S schlussendlich mit 23 gegen 14 Stimmen bei 3 Enthaltungen.
«Der Aero-Club der Schweiz ist enttäuscht, dass ausgerechnet der bürgerliche geprägte Ständerat die längst fällige Integration moderner und umweltfreundlicher Leichtflugzeuge verhindert. Ein bürgerlicher Bundesrat ist nicht gewillt, per Verordnung ein unnötiges Verbot zu streichen und mit dem restlichen Europa gleichzuziehen», sagt Zentralpräsident und Nationalrat Matthias Jauslin.


Ich als Schweizer habe ein UL im Grenznahen Deutschland mit einer D-M Zulassung. Mir ist es unverständlich und auch peinlich zu sehen was der Ständerat hier wieder entschieden hat. Glaubt die Schweiz wirklich dass UL‘s zu Tausenden eingefallen wären? Übrigens Herr Rösti, meine Ekolot säuft 12 Liter Superplus pro Stunde, haben Sie mal gesehen was eine Piper verbraucht? So fliege ich halt weiter via Bregenz ans Mittelmeer anstatt über die Schweiz. Ein erbärmlich Zeichen ist es allerdings und zeigt wieder Swissness vom feinsten. Ewig gestrig…wie die Digitalisierung im Land.
Sehr bedauerlich. Es wäre einmal mehr wünschenswert dass die Entscheider in der Schweiz mit der heutigen Technologie der UL auseinandersetzen. Der SMF sollte nochmals versuchen einen Fly-in zu organisieren und den Ständerat einladen. Die Fakten wie Geräusch, Sicherheit, CO2 sowie moderne Cockpits sollten nochmals demonstriert werden. Ich glaube dass viele immer noch ULs als Segelstoff mit Alurohren und stinkendem 2-Takter identifizieren.
Der Argumentationsstrang von BR Rösti am Schluss des Video zur Beratung im Ständerat zeugt von Unwissen, Inkompetenz und fehlendem Sachverstand. In der Tat, eine Schande und eines bürgerlichen Bundesrates unwürdig zusammen mit dem BAZL als Antwortengeber und Strippenzieher im Hintergrund so zu argumentieren.
Es ist einmal mehr so, wie das böse Bonmot es beschreibt: «Wenn die Welt untergeht, kommen Sie in die Schweiz, da passiert alles ein bisschen später» (oder gar nie, wie im Fall der Ultraleichtflugzeuge bis 600 kg). Herr BR Rösti widerspricht sich ja selbst – und leider hat es niemand bemerkt. Wenn er elektrisch betriebene ULM zulassen will, führt das ja genau zur Mehrbeanspruchung des Luftraums, die er angeblich vermeiden muss. Von diesen Flugzeugen existiert derzeit genau ein einziger brauchbarer Typ, die elektrische Velis. Dieser Typ kann aber auf absehbare Zeit nur und ausschliesslich in einer Flugschule betrieben werden, aufgrund seiner maximalen Flugzeit von 50 min. Er ersetzt kein einziges der Flugzeuge mit alter Technologie. Eine Verlängerung von Flugzeiten oder Flugstrecken mit elektrischen Antrieben ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, weil die Batterietechnologie dafür noch lange nicht existieren wird. Das wurde am Ectrifly In in Bern vor zwei Wochen klar gezeigt, ebenso wie die Tatsache, dass derzeit nur 1% (!) alter Maschinen pro Jahr gegen Flugzeuge mit neuer Technologie ausgetauscht werden. Mit einem schwammigen Hinweis auf Klimawandel und Umweltverträglichkeit wird das, was schon heute den CO2-Ausstoss der Sportaviatik um mindestens 30% verringern könnte, sabotiert. Stattdessen wartet man auf den St. Nimmerleinstag, an dem elektrische Motorflugzeuge das leisten können, was ULM heute schon leisten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wessen Interessen werden hier eigentlich verteidigt?
Was für eine Dummheit!!! Wir schimpfen über die Regulierungswut der EU und sind selbst nicht willens, ein idiotisches Verbot von 1984 abzuschaffen. Welche Schande!