FAI-Awards in Lausanne verliehen
Am 14. Oktober traf sich das Who is Who des Weltluftsportverbandes FAI zum General Meeting in Lausanne. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die jährlich vergebenen FAI-Auszeichnungen verliehen. Vier Schweizer und ein Team aus der Schweiz erhalten dieses Jahr ein Diplom oder eine Medaille.
Louis Blériot-Medaillen werden an die Inhaber der höchsten Rekorde in den Kategorien Geschwindigkeit (d. h. Geschwindigkeit auf einer 3-Kilometer-Strecke, Geschwindigkeit auf einer 15-Kilometer-Strecke, Geschwindigkeit auf einer geschlossenen Strecke), Höhe und Entfernung in gerader Linie verliehen, die im Vorjahr mit Leichtflugzeugen der ersten drei Unterklassen gemäss der Definition in Abschnitt 2 des Sportreglements aufgestellt wurden. Raphael Domjan (im Bild oben) stellte am 12. August 2025 mit dem Versuchsflugzeug HB-SXA einen Weltrekord in der Höhenklasse der elektrischen C-1b-Flugzeuge auf. Mit den an diesem Tag erflogenen 9’640 Metern überbot er den bisherigen Rekord von Bertrand Piccard von 9’235 Meter aus dem Jahr 2010.
Hallen-Kunstflug gefördert
Das Swiss FAI F3P Team hat durch Wettkämpfe, Training, Veranstaltungsorganisation, Pilotenausbildung und Modellflugzeugbau zur Entwicklung des Hallen-Kunstflugs in der Schweiz beigetragen. Für sein langjähriges Engagement, das in der Mitorganisation der F3P-WM auf dem Mutschellen gipfelte, erhielt das Team das Group Diploma.
Fachwissen vermittelt
Michel Barras wurde das Paul Tissandier-Diplom für seine Verdienste in den Bereichen Betrieb, Regulierung, Ausbildung und Sicherheit in der Schweizer Luftfahrt verliehen. Barras wirkte in den 1960er-Jahren beim Bau des Flugplatzes Gruyère mit. Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt war er als Betriebsleiter für den nichtmotorisierten Luftverkehr tätig und trug zur Sicherheit und Weiterentwicklung dieser Aktivitäten bei.
Sein besonderes Augenmerk gilt den Bückern
Bernhard Lüthi und Albert Zeller nahmen nicht an der Zeremonie in Lausanne teil. Ihnen werden die Paul Tissandier Diplome zu einem späteren Zeitpunkt übergeben.
Albert Zeller setzt sich für die Erhaltung, Restaurierung und Förderung der historischen Luftfahrt ein. Dabei gilt sein Augenmerk Bücker-Flugzeugen, von denen er zahlreiche restaurierte. Zeller erforschte auch die Geschichte der Bücker-Flugzeugfabrik in Rangsdorf bei Berlin. Zusammen mit seiner Frau baute er auf dem Firmengelände ein Museum auf, das 2021 eröffnet wurde und zahlreiche Exponate beherbergt, die die Geschichte des Bücker-Flugzeugbaus dokumentieren.
Mentor und Förderer
Bernhard Lüthi organisierte, finanzierte und leitete er mehr als 20 Jahre lang Segelfluglager auf dem Flugplatz Saanen und förderte so die Entwicklung jüngerer Piloten. Über 20 Jahre lang war er als Mentor im Rahmen der Stiftung «Schweizer Sporthilfe» tätig und unterstützte junge Segelflieger finanziell bei ihrer Ausbildung und Weiterbildung. Später förderte er Athleten und geeignete Teilnehmer im Fallschirmspringen und Motorflug durch Mentoring und finanzielle Unterstützung. Als aktives Mitglied der AeCS-Segelflugkommission trug er zur Entwicklung des Segelflugs in der Schweiz bei. In den 1990er-Jahren wirkte er zudem an der Umstrukturierung des Schweizer Aero-Clubs in Regional- und Divisionsverbände mit.

