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AeCS lehnt «Alternativkonzept» zum Flugplatz Dübendorf ab

Der Aero-Club der Schweiz (AeCS) lehnt das alternative Konzept der Standortgemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen ab, welches am 26. November 2017 den Stimmbürgern in den drei Gemeinden vorgelegt wird. Es stellt das Konzept des Bundes für die Aufrechterhaltung der aviatischen Nutzung des Flugplatzes Dübendorf in Frage und schwächt die Wirtschaftsregion Zürich. In der NZZ vom 10.11.17 sind dazu zwei bemerkenswerte Artikel erschienen, welche die Mogelpackung mit dem «durchsichtigen Störmanöver» beleuchten und auf die grosse wirtschaftliche Bedeutung für Zürich hinweisen.

Offenbar geht es den drei Standortgemeinden insbesondere darum, einen gesicherten, volkswirtschaftlich bedeutenden Flugbetrieb zusammen mit Business Aviation, REGA-Basisbetrieb, Luftwaffe mit Helikopterbasis und Leicht- und Sportaviatik zu verhindern. Geradezu absurd erscheint unter diesem Gesichtspunkt, dass ein Betreiber just aus der Business Aviation (Firma Nomad Aviation) öffentlich anbietet, 50% des jährlichen Defizits für das Alternativkonzept der drei Gemeinden zu tragen, just für die Business-Aviation, welche ja die Gemeinden zu verhindern trachten!

Eine leistungsfähige und gut funktionierende Luftverkehrsinfrastruktur ist für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Grossraums Zürich eine wichtige Voraussetzung. 2014 hat der Bundesrat beschlossen, den Flugplatz Dübendorf in ein ziviles Flugfeld mit Bundesbasis umzuwandeln und der Flugplatz Dübendorf AG den Auftrag erteilt, den künftigen zivilen Flugplatz zu planen, zu erstellen und zu betreiben. Mit dem nachträglich unterbreiteten alternativen Konzept «Historischer Flugplatz mit Werkflügen» würde die vom Bundesrat vorgesehene Entwicklung in Frage gestellt. Diese Meinung vertritt der Aero-Club der Schweiz, der grösste Dachverband der Aviatik in der Schweiz. «Der AeCS lehnt das Konzept der Standortgemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen ab», sagt dessen Präsident und Nationalrat Matthias Jauslin. «Mit historischen Flügen und einem Unterhalts- und Ausstattungsbetrieb werden die Zielsetzungen des Bundes in keiner Weise erfüllt und der Wirtschaftsstandort Zürich vorsätzlich geschwächt. Zudem werden die Kapazitätsprobleme der Luftfahrtbranche verschärft», so die Begründung von Jauslin.

«Bundesrat hat Weitsicht bewiesen»

Am 26. November 2017 wird das alternative Konzept den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in den drei Gemeinden vorgelegt. Jauslin ist indes überzeugt: «Der Bundesrat hat Weitsicht bewiesen, als er sich im September 2014 für die Aufrechthaltung der aviatischen Nutzung des ältesten Flugplatzes der Schweiz entschieden hat.» Die Landesregierung habe sich damals bewusst gegen das Konzept «Historischer Flugplatz mit Werkflügen» ausgesprochen da wichtige Parameter in diesem Konzept gemäss Beurteilungsbericht des BAZL und hinzugezogener Experten gar nicht erfüllt waren. Grosse Unsicherheiten verbleiben insbesondere bei der Frage der Finanzierung. Der Businessplan des alternativen Gemeindekonzeptes sieht über 30 Jahre eine Deckungslücke von nahezu 50 Millionen Franken zulasten der Steuerzahler und Stimmbürger in Wangen-Brüttisellen, Volketswil und Dübendorf vor. Diese jährlichen Defizite von je rund 1.65 Mio. Franken sollen gemäss Alternativkonzept jährlich von den drei Standortgemeinden durch den Steuerzahler und Stimmbürger gedeckt werden.

Die Standortgemeinden und Stimmbürger wären gut beraten, sich auf ein verlässliches, durchdachtes und volkswirtschaftlich bedeutsames, finanziell nachhaltiges und konsequent durchgeplantes Konzept der durch den Bund beauftragten Flugplatz Dübendorf AG abzustützen. Dieses garantiert nebst der Schaffung von hunderten neuer Arbeitsplätze  auch Planungssicherheit für die Anrainergemeinden ohne finanzielle und unabsehbare Risiken.

Mit der Verabschiedung des luftfahrtpolitischen Berichts (Lupo 2016) und der konzeptionellen Ziele und Vorgaben zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt hat der Bundesrat zwischenzeitlich seine Absichten mehrfach bekräftigt. «Mit der Umnutzung einer bestehenden militärischen Luftfahrtinfrastruktur handelt der Bund verantwortungsbewusst», sagt Jauslin. Er verweist zudem auf die Haltung des Regierungsrates des Kantons Zürich: «Dessen Neubeurteilung im Januar 2017 bestätigt die strategische Bedeutung des Flugplatzes Dübendorf und der allgemeinen Luftfahrt für die gesamte Zürcher Volkswirtschaft.» Mit der aviatischen Umnutzung des Flugplatzareals und der Ansiedlung eines Innovationsparks böten sich dem Kanton Zürich ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten mit erheblichen Synergiepotentialen.

Nicht leichtfertig handeln
«Wer die Bedeutung der Luftfahrt für ein exportorientiertes Binnenland wie die Schweiz in Frage stellt, der handelt leichtfertig», ist Jauslin überzeugt. Wer heute die Augen verschliesse vor den Herausforderungen der wachsenden Mobilitätsbedürfnisse unserer Gesellschaft und wer eine sinnvolle Umnutzung existierender Anlagen verhindere ohne Alternativen zu bieten, der werde die Konsequenzen dann spüren, wenn es längst zu spät sein werde.

Jauslin verweist darauf, dass vom Bund Milliarden in nationale Strassen- und Schienenprojekte investiert werden um den wachsenden Mobilitätsbedürfnissen unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen. Im Gegensatz zu Strasse und Schiene werden die Entwicklung und der Betrieb von Luftverkehrsanlagen aber weitgehend privat finanziert.

«Luftverkehrsanlagen sind die Motoren unserer exportorientierten Wirtschaft und sichern die eminent wichtige internationale Erreichbarkeit für unser Land», macht Jauslin klar und stellt fest: «Das starke Wachstum im Linienverkehr und diverse Bauvorhaben verknappen die Kapazitäten auf den Landesflughäfen immer mehr. Für neue, raumintensive Flugplätze existieren in der Schweiz kaum Reserven – schon gar nicht in der Nähe der wirtschaftlichen Ballungsräume.» Für einen prosperierenden Wirtschaftsraum und einen attraktiven Standort für die Ansiedlung von global vernetzten Unternehmen, KMUs sowie Start-ups sei diese Entwicklung höchst gefährlich.